Skip to main content

Im Querformat ist die Karte größer!
Achtung: Flightradar24 zeigt sich aktuell wenig kooperativ und stellt die Flugdaten nur noch sehr wenigen Webseiten zur Verfügung! Wir können den Dienst daher nicht mehr empfehlen!

Flightradar24

Als reines Hobbyprojekt von zwei schwedischen Luftfahrtbegeisterten in 2006 gestartet, liefert Flightradar24 heute die umfangreichen Flugdaten, mit denen Verkehrsflüge rund um den Globus kostenlos verfolgt werden können.

Die Flugverfolgung basiert maßgeblich auf der Nutzung sogenannter automatic dependent surveillance-broadcast (ADS-B) Empfänger.

Flugverfolgung über ADS-B

Wie moderne Kraftfahrzeuge verfügen auch Flugzeuge grundsätzlich über einen GPS-Empfänger und nutzen die einfache Satellitenortung zur präzisen Positionsbestimmung. Die so gewonnenen Daten werden zusammen mit einer Vielzahl weiterer Messwerte (Flughöhe, Fluggeschwindigkeit usw.) über einen ADS-B Transponder von der Maschine gesendet. Das so ausgestrahlte Signal wird zum einen von anderen Flugzeugen empfangen, zum anderen an stationäre, terrestrische ADS-B Empfänger übertragen.

Durch die Öffnung des Flightradar24 Netzwerks für die Allgemeinheit besteht das Netzwerk inzwischen aus mehr als 10.000 Empfängern, die das Signal des Flugverkehrs empfangen. Die so empfangenen Daten werden von den angeschlossenen Empfängern an Flightradar24 übertragen und hier zusammengeführt und dargestellt.

Als vergleichsweise neue Technologie ist ADS-B jedoch noch nicht sehr weit verbreitet. Nur durchschnittlich knapp 70% des kommerziellen Passagierfluges arbeiten heute bereits mit ADS-B Transpondern. Im Flugverkehr insgesamt muss von einer Nutzungsrate von weniger als 20% ausgegangen werden.

Dennoch ist ein stetiger Anstieg der Ausrüstung mit ADS-B Transpondern zu beobachten bis 2020 wird mit einer Verbreitung gerechnet, die zu einem Ersatz klassischen Radars in der Flugverkehrskontrolle führen dürfte.

Der Empfang des ADS-B Signals ist in der Reichweite stark eingeschränkt. Die maximale Entfernung zwischen 250 und 450 Kilometern im Radius um den Empfänger. Dabei ist vor allen Dingen die Flughöhe des aussendenden Flugzeuges entscheidend für die maximale Entfernung zum Empfänger. Insbesondere Langstreckenflüge über Ozeane lassen sich aufgrund dieser Begrenzung mit ADS-B schwer verfolgen.

In klassischer Flughöhe von mehr als 9.000 Metern erreicht Flightradar24 eine vollständige Abdeckung des Luftraums über Europa und den USA. Die Abdeckung der restlichen Welt wächst kontinuierlich.

ADS-B wird generell eher in Passagierflugzeugen mit höherer Kapazität eingesetzt, da es sich jedoch noch nicht um ein verpflichtendes oder obligatorisches System handelt, obliegt es alleine dem Flugzeughersteller, ob und welche seiner Maschinen-Typen er mit Transpondern ausstattet. So finden sich Hersteller, die ihre gesamte Flotte mit ADS-B Transpondern ausstatten, wie zum Beispiel Airbus und wiederum solche, die nur einzelne ausrüsten. Doch selbst bei den grundsätzlich ausgestatteten Modellen finden sich zahlreiche Ausnahmen, sodass der Flugzeugtyp alleine nicht aussagekräftig ist.

Als offenes Netzwerk arbeitet Flightradar24 mit Privatpersonen, die im Besitz eines ADS-B Receivers sind, so Daten von Flugzeugen in Reichweite empfangen und diese Flightradar24 online in Echtzeit zur Verfügung stellen. Um den Ausbau des Netzwerkes voranzutreiben und damit möglichst eine geschlossene Luftraumabdeckung zu erreichen, kann man sich bei Flightradar24 bewerben und die Bereitschaft zur Aufstellung eines zur Verfügung gestellten Receivers erklären. Voraussetzungen für eine Berücksichtigung durch Flightradar24 sind:

  • die Möglichkeit der Montage einer geeigneten Außenantenne mit unbegrenztem 360° Empfangsradius
  • die Gewährleistung der Aufstellung der Antenne innerhalb einer Woche nach Erhalt
  • ununterbrochener Sendebetrieb über das Internet über 24 Stunden, an sieben Tagen der Woche
  • bei späterem Ausfall einer der genannten Bedingungen, Bereitschaft die technische Ausrüstung nach Aufforderung, auf Kosten von Flightradar24 zurück zu senden

Ein Receiver besteht aus einer kleinen Geräteeinheit (in Form einer Box, etwa der Größe einer Zigarettenschachtel) sowie einer Antenne und allen notwendigen Kabeln. Neben dem Internetzugang sind keine weiteren technischen Gerätschaften erforderlich.

Bevorzugt werden Bewerber berücksichtigt, die zur Aufstellung in einem noch nicht oder nur teilweise abgedeckten Gebiet leben aber auch in bereits abgedeckten Bereichen besteht Interesse an weiteren Receivern, da eine Mehrfachüberwachung zu besseren und ununterbrochenen Ergebnissen führen kann.

Ein ADS-B Receiver kann auch mit wenig Aufwand selber gebaut werden. Eine vollständige Anleitung findet sich auf Flightradar24.com

Alle Teilnehmer am Netzwerk erhalten einen Premiumzugang zu Flightradar24.

Zusätzliche Flugverfolgung über MLAT

Multilateration (MLAT) ist ein primär mathematisches Mittel der Positionsbestimmung. Die Flugverfolgung erfolgt hierbei über den Empfang eines Funksignals eines Flugzeuges durch vier oder mehr separate Empfänger. Die Methode wird auch als Time Difference of Arrival (TDOA) bezeichnet. Hierbei wird an den vier Empfängern die Zeitdifferenz zwischen Aussendung des Signals und dessen Empfang gemessen. Der Vergleich der Messungen an mindestens vier Standorten mit bekannter Position dient der Berechnung der Position des Flugzeugs zum Zeitpunkt der Signalabgabe durch einen sogenannten ModeS-Transponder. Auch die Abdeckung mit MLAT-Empfängern ist für Europa und Nord-Amerika flächendeckend. MLAT erfordert jedoch eine Flughöhe zwischen 10.000 und 30.000 Metern.

Nord-amerikanische Radar-Daten

Zusätzlich arbeitet Flightradar24 mit klassischen Radar-Daten. Hiermit werden Nord-Amerika, der kanadische Luftraum und Teile des Pazifischen und Atlantischen Ozeans abgedeckt, was auch hier eine Flugverfolgung ermöglicht.

FLARM

FLARM ist in stark eingeschränkter Form ein Äquivalent zum bereits beschriebenen ADS-B System. Als System zur Vermeidung von Kollisionen wird es vornehmlich in kleinen Flugzeugen eingesetzt. Die Einschränkung ergibt sich vor allen Dingen aus der deutlich geringeren Reichweite, die bei FLARM zwischen 20 und 100 Kilometern liegt.

Positionsschätzung

Ist die Position eines Flugzeuges nicht über eine der vorgenannten Methoden zu bestimmen, bzw. durchfliegt es Luftraum, der von keinem der Systeme abgedeckt wird, kann seine Position anhand der letzten bekannten Position, den Flugparametern und dem bekannten Kurs für einen begrenzten Zeitraum halbwegs präzise berechnet werden. Ist der genaue Kurs bekannt, funktioniert diese Methode zuverlässig für bis zu zwei Flugstunden. Ohne bekannten Kurs nur für maximal zehn Minuten.